Dienstag, Mai 23, 2006

Das Leben der Anderen

Ein Film, der Authentizität vermittelt, Atmosphäre erzeugt und keine Angst vor Gefühl hat aber ohne -sduselig oder sentimental zu werden. Keine schnellen Schnitte, bein bummbumm, gänzlicher Verzicht auf bewährte Kinomittel führen zu einem ruhigen Film, der langsam ein Klima der Repressionen aufbaut, ganz wichtig dabei auch die Filmmusik von Gabriel Yared...

Es geht um Ideale, Integrität, Verzweiflung und den Mut derselbigen, den für mich und wohl für alle in unserer wunderbar freien Welt aufgewachsenen, unvorstellbaren Druck des Systems, der labilere Persönlichkeitsstrukturen zu Taten außerhalb Ihres Vorstellungsvermögens bewegt. Und natürlich um das Eintauchen der Stasi in das Leben der Anderen in: Liebe, Literatur, freies Denken, freies Reden…Absolut sehenswert!
Wie einsam muss man sein, wenn man sich nicht mehr mitteilen kann? Aus Angst das Falsche zu sagen und niemandem wirklich vertrauen zu können?

Ich habe im Anschluss ein paar Mal sehr tief durchgeatmet und beim nächsten Drink einen Toast auf Freiheit und Demokratie ausgesprochen!