Sonntag, September 17, 2006

Introduction to Manly Hotel

In der Tat war ich gestern im im Manly Hotel um mich vorzustellen und habe habe mir dabei einen Schnellkurs in den hier wichtigen Sportarten abgeholt.

Ein wahrer Pub, gestandene Jungs an der Theke, noch gestandenere Jungs im Hinterraum bei den Wetten, Bier Marsch, jeder kennt jeden und alle gucken Cricket, Pferderennen, Rugby und Aussie Rules. Dezent verloren stehe ich in der Mitte zwischen den Räumen und bevor ich mich zu Ende fragen kann, welche Heiterkeitsreaktion meine Bitte nach soccer wohl ausklösen könnte, tritt Sandy auf. Seines Zeichens schwer gestandener Manager des Manly Hotels (proudly australian owned since 1987) er schallert ein „Miss, can I help you?“ „Ähm well, ähm there’s a soccergame tonight, Adelaide Reds vs. Perth Glory if I am not mistaken",
„Aaaahhh wouldn’t know any about that, where the hell are YOU from???“

Kurze Erklärung und Sandy beschließt das Pferderennen auf dem rechten TV gegen Soccer einzutauschen (die Buh Rufe halten sich so gerade in Grenzen) und mich nach allen Regeln der Kunst willkommen zu heißen. D.h. ich kriege erstmal nen Bier, werde gebührend den besten Gästen vorgestellt und nebenbei versucht man mir zur Erlangung echter Stdioatmosphäre Hotdogs (statt Stadionwurst) aufzudränegen. Mit den weitern Bieren verzeichnen wir gemeinsam grösseren Erfolg… Ich komme so leider kaum mehr dazu mir das Spiel anzusehen, tsts tragisch, aber dafür kenne ich jetzt jeden regular. Und die mich...

Dann fange ich an zu lernen, schnell zu lernen, denn es hängen drei Fernseher nebeneinander: Links läuft das Rugby Halbfinale (gucken alle), in der Mitte Aussie Rules Halbfinale (yo, mit dem rechten Auge mitgucken ist ok) und rechts Soccer, was irgendwie echt keinen interessiert…Adelaide führt zwischenzeitlich 3 : 0 und das Spiel ist immer noch nicht sehenswert. Die Burschis eiern etwas linkisch über den Platz, sind alle nen bisschen zu lang und dünn und wenn sie kleiner gewachsen sind, haben sie einen asiatischen, italienischen oder kroatischen Hintergrund und wirken ausgesprochen wenig athletisch und wenn überhaupt dann vielleicht schnell und fragil.

Auf dem mittleren Fernseher wird die Sache durchaus ansehnlicher: recht groß gewachsene all aussie Boys, mit diversen Anhäufungen gar hübsch anzusehender Muskeln, an den gar richtigen Stellen, rennen gar ausgesprochen schnell über das gar ovale Feld. Dabei tragen sie gar zu kurze Buchsen mit ganz gar schicken Shirts ohne Ärmel. Gar hübsch das...

Auf dem linken Fernseher hingegen, bemerke ich einen einzigen Haufen Muskeln, an genau den falschen Stellen, weil doch einfach überall. Offensichtlich scheint der Rugby Spieler an sich auch nicht besonders groß gewachsen zu sein.
In meinem kleinen Schnellkurs mit der Hilfe von Terry, Sandy, Russel (zusammen locker 400 kg) und Cameron lerne ich warum Fußball hier echt keinen interessiert: es ist ein supertuper faires Spiel, keine Fouls, keine Karten, keine Freistösse, keine Spielzüge. Gähn…

Die Jungs beim Rugby rennen immer wieder schön auf ein Neues, Stiernacken voran, in die Vollen. Bis das Blut spritzt. Hey, hurra und wieder Einen (nicht nur in zu kurzer auch in zu enger Buchse) zu Boden gebracht. Toll! Voller Actionalarm… Und das im Gegensatz zum American football ohne Schutzklamotten und vor allem ohne Pause immer fein durch. Toll! Brot und Spiele, Kopf voran in den Rasen geworfen...

Die Jungs in der Mitte hingegen, hauen sich auch aber mit weit weniger persönlicher Begeisterung und weniger ausgelassen, dabei hinterlassen sie insgesamt einen etwas kultivierteren Eindruck. Bei mir zumindest.

Also mein erstes Fazit für den Abend lautet: echte, harte Jungs, ohne Tränen, mit echten Narben und echten Knochenbrüchen spielen Rugby, vor allem hier in QLD.
Aussie Rules ist angeblich in Melbourne erfunden worden und die echten, nicht irrational harten Jungs ausm Süden, die übrigens häufiger freie Siedler als Häftlinge waren, spielen Aussie Rules.
Und den zerbrechlichen Jungs, deren Mama Angst vorm dauernden Wiederzusammenflicken hatte, bleibt also nichts anderes übrig als schön gediegen mit den anderen Strebern Fußball zu spielen.
Kein Wunder, dass von den Socceroos kaum einer in Australien spielt…

Mannomann, und dann soll ich den grossen Jungs im Pub erklären, dass dieses endlos höflich zuvorkommende Gekicke bei uns Volkssport Nummer eins ist? Klar wir sind ja auch eine Nation von Weicheiern und Mädchen, tsts...

4 Comments:

Blogger Der_grosse_Transzendentale_Steini said...

Kein Wunder, dass Australien immer noch keine nennenswerten Bevölkerungszahlen aufzuweisen hat, wenn schon beim Sport Gladiatorenhabitus vorherrscht. Wie geht das denn erst bei der Suche nach einem geeigneten Weibchen ab? Einmal Knacki, immer Knacki. Oder wie Bob sagen würde: Was genetisch versaut ist, kriegste auch mit Prügel nicht mehr hin.

6:43 PM  
Blogger mac said...

Ey ey ey, die Jungs haben es anscheinend echt drauf. Wenn die im echten Leben auch so drauf sind wie auf dem Rugby Feld, na denn prost... ;-)

8:32 PM  
Blogger little camel said...

Nicht, dass ich hiervon irgendetwas verstanden hätte... Hoffentlich war das kein Bestandteil Deiner Down-Under- Aufnahmeprüfung ;-)

Sag einmal, a propos "Mädchen", was treiben eigentlich die Frauen von Manly so den ganzen lieben Tag lang?

9:36 PM  
Blogger myglobalsoul said...

Ehrlich gesagt habe ich da noch gar nicht soviele Frauen gesehen. Keine Ahnung was die mit denen gemacht haben...
Wie die Männchen so im echten Leben sind, werde ich logischerweise zu gegebener Zeit auch berichten.
Anscheinend ist meine Bedürfnispyramide noch nicht so weit...
Aber wenn ich in dem Speed weitermache komme ich vielleicht Ende der Woche dahin.

4:17 AM  

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