Freitag, Juli 28, 2006

Ursachenforschung

Nichts einzuwenden gegen hin und wieder auftretendes latentes Muffensausen, aber da es sich in den letzten 2 Wochen ungemerkt eingeschlichen hatte und obendrein die Frechheit besaß stärker zu werden, war es ganz dringend an der Zeit Ursachenforschung zu betreiben.

Auf die erste Wanderungen habe ich die kleine Denksportaufgabe herauszufinden, was mich denn nun eigentlich so beunruhigt, mitgenommen.

Siehe da: Das „Nicht Wissen wohin“ ist es. Zu Deutsch: Ich kann relativ gut damit leben in Queensland anzukommen, keinen Job, keine Freunde, keine Wohnung, kein Auto, keine Yacht etc zu haben und zu wissen, dass ich in Brisbane zwar ein paar Tage bestimmt gut aufgehoben sein werde aber dort weder arbeiten noch leben darf.
Gar nicht zu wissen wo ich mit der Suche nach all diesen Lebesfüllenden Dingen anfangen soll, hat mich schwerst irritiert. Immerhin stehen mir 1.727.200 q km (Deutschland va ein Fünftel mit 357.000 q km) auf ca. 1600 km Küste, mit ca. 15 in Frage kommenden Orten zur Verfügung. Die Vorstellung als Wanderarbeiter die Küste hochzufahren, hat auf Reisen einen zauberhaften Reiz, nicht aber wenn es ums Ankommen geht.

Nun denn: Das Wissen woran es liegt, ist ein guter Anfang, hilft aber nur wenig. Folglich lautete die nächste Wander-denk-aufgabe: Wenn ich überall in Australien leben könnte, wo wäre das?
Die Antwort lautet: Sydney! Hurra! Und die Frage war mal so richtig schlecht!

Auf ein Neues: Wenn ich überall in Queensland leben könnte, wo wäre das? Und bitte nicht als Erstes darüber nachzudenken, wie dort wohl Infrastuktur, Industrien und Jobchancen sind, wie groß der Ort ist, wie gut der zu erreichen ist oder ob es da Wellen oder Stinger gibt. Nein. Falsch.

Wie immer lösen sich bei mir größere Aufgaben garantiert nicht durch hinsetzen, mal ne halbe Stunde konzentrieren oder die in Ratgebern allseits beliebten Pro- Contra Listen.

Ich bin gewandert, habe Eindrücke und Aussichten gesammelt und es hat sich so da ganz hinten im Kopf ziemlich von selbst gedacht.
Hin und wieder musste ich mich mal freundlich: "ach komm, das willste doch nicht wirklich??? reiner Vernunftgrund" und mal böse ermuntern: "los!!! Denken sollst Du!!! Nicht rumeiern!!!"

Irgendwann hörte ich mich sagen: “Noosa Heads”

Bitte?

Nochmal, lauter bitte: “Noosa Heads”. Fühlte sich gut an. Fühlte sich richtig gut an und tut das immer noch.
Dort, ca. 170 km von Brisbane, werde ich anfangen zu suchen. Ob ich da bleibe oder nicht steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber jetzt weiß ich wo ich anfangen werde und schlafe wieder gut. Schön ist das.

2 Comments:

Blogger Der_grosse_Transzendentale_Steini said...

Noosa Heads hört sich gut an. So wie immer der Nase nach. Gute Reise dann.

3:06 AM  
Blogger Tante Mürbchen said...

Das hoert sich auf jeden Fall nach guten Drogen an. Erstens, Muffensausen in deinem Stadium ist normal, zweitens, nach Noosa Heads muss ich gleich nach Vietnam... Nosuchheads!

5:39 PM  

Kommentar veröffentlichen

<< Home